Blu Ray am Windows PC / Media Center

Ich bin gerade dabei mir einen neuen Windows Media Center PC zu bauen. Gleich mit Windows 8 – natürlich. Auch wenn mein Brötchengeber nicht mehr so ganz aufs Media Center zu setzen scheint (Media Center ist bei Windows 8 nun ein kostenpflichtiges Add On). Ich kann mir nicht vorstellen, mehr ohne Media Center auszukommen. Wir nehmen seit Windows 7 – fast alle Sendungen die wir ansehen wollen über das Media Center auf und schauen uns die Sendungen dann an, wenn wir Zeit dazu haben.

Im neuen Media Center soll nun auch ein Blu Ray Laufwerk hinein, weil in den letzten Jahren nun auch im Keller ein Heimkino mit Beamer entstanden ist – und da braucht man natürlich auch entsprechendes Futter in form von HD Filmen.

Media Center unterstützt ja weder in Windows 7 noch in Windows 8 – das Abspielen von Blu Rays. Dazu benötigt man eine Zusatzsoftware. Die verbreitetste Software für Windows scheint CyberLink – Power DVD zu sein. Die kleine Version davon wird oft auch mit Laufwerken mitgeliefert, hat aber auch einige Einschränkungen vom Funktionsumfang. Es gibt von PowerDVD Version 12 – drei Versionen. Für Blu Ray benötigt man mindestens die Pro Version. Die Ultra Version unterstützt dann noch DLNA – und DTCP-IP sowie Remote Control (Fernsteuerung) über iOS und Android App die im Preis enthalten ist. Kostenpunkt derzeit ca. 69 EUR für die Pro Version und 85 für die Ultra Version.

Eine Featureübersicht über die PowerDVD Versionen findet man hier:
http://de.cyberlink.com/products/powerdvd/comparison_de_DE.html

Ich habe mir mal die Testversion installiert um gleich in ein Problem zu laufen. Der Blu Ray Standard erlaubt es nicht Inhalte von Blu Ray über nicht gesicherte Kabel an ein Gerät zu übertragen. Ich habe am HTPC aber ein Gerät (den Beamer) über HDMI angesteckt (das ist in Ordnung) – und einen weiten Monitor über VGA. Das Bild wird gespiegelt – also gleichzeitig auf beiden Geräten angezeigt. Und hier ist mit PowerDVD Schluss. Es sagt, dass es das Bild auf einem über VGA angeschlossenen Monitor nicht anzeigen darf. Zusätzlich hält sich PowerDVD natürlich auch an die ganzen Urheberrechts-Schwachsinnigkeiten wie Region Code – und man muss voreinstellen in welcher Region man sich befindet. Andere Blu Ray / DVD’s kann man dann auch nicht mehr abspielen.

Das Problem mit dem VGA Schirm war aber für mich ein K.O. Kriterium. Ich möchte nicht immer die Leinwand runterfahren und den Beamer einschalten, wenn ich den PC bedienen möchte. Und der Schirm ist im PC Gehäuse verbaut. Da konnte ich mir nicht aussuchen welche Schnittstelle ich verwenden möchte. Also ins Internet und nach einer Lösung gesucht – und siehe da auch recht rasch eine gefunden. Viele von Euch werden sich sicher noch an CloneCD/DVD erinnern. Der Hersteller dieser Software bietet nun ein Produkt namens AnyDVD HD – von der Firma SlySoft Das Produkt hängt sich als Treiber zwischen das Laufwerk und die Abspielsoftware (z.B. PowerDVD) – und gaukelt PowerDVD vor, dass die Welt in Ordnung ist. Es managend den Region Code und auch das Problem mit dem VGA Schirm. Und siehe da – ab der Installation des Produktes funktioniert dann auch das Abspielen der Blu Ray auf dem VGA Schirm problemlos.

Kostenpunkt der Software leider nochmals 79 EUR. In Summe muss man also nochmals ca. 150 EUR ausgeben, wenn man vernünftig Blu Ray unter Windows schauen möchte. PowerDVD integriert sich übrigens auch ins Windows Media Center. Man kann also wie gewohnt dann auch unter Media Center Blu Ray FIlme schauen.

Homematic Wired 12 Ein-/7 Ausgänge

Ich habe mir folgendes Modul zugelegt:

HomeMatic Wired RS485-I/O-Modul 12 Eingänge, 7 Schaltausgänge
ELV Artikel-Nr.: 68-07 68 05
Das im DIN-Hutschienengehäuse (4 TE) montierte Multi-I/O-Modul verfügt über 12 digitale Eingänge (Taster, Schalter) und 7 Relaisausgänge für eine Gesamtlast von 3680 VA (16 A/230 V).

Das Modul kann an den 7 Ausgängen – Verbraucher ansteuern (also z.B. Licht) – und an den Eingängen können Taster oder Schalter angeschlossen werden. Ich dachte eigentlich dass man mit diesem Modul auch Reed Kontakte ablesen kann. Also z.B. ein Fenster mit einem Reed Kontakt versehen – und damit überprüfen ob das Fenster offen oder geschlossen ist. Leider funktioniert das nicht ganz so wie ich mir das vorgestellt hatte. Das Modul kann zwar eine Schaltzustandsänderung signalisieren, aber nicht in welchem Zustand der Reed Kontakt ist (offen/geschlossen). Daher merkt man zwar dass das Fenster entweder auf oder zugemacht wurde – aber nicht ob es offen – oder geschlossen ist. Das ist natürlich für meine Anwendung eher sinnlos (Ich möchte aus der Entfernung wissen ob das Garagen Sektionaltor offen oder geschlossen ist.

Um das zu realisieren benötigt man folgendes Modul:

HomeMatic Wired RS485 Schließerkontakt, 12 Eingänge, Hutschienenmontage
ELV Artikel-Nr.: 68-08 58 40
Der Schließerkontakt überwacht 12 potentialfreie Schaltkontakte Schließer und Öffner) auf ihren Schaltzustand.

Dieses Modul erkennt im Unterschied zu den Eingängen des 12/7 Moduls – in welchem Schaltzustand sich ein Kontakt befindet. Daher kann man mit diesem Modul überwachen ob der Reed Kontakt offen oder geschlossen ist. Ich habe mir heute ein derartiges Modul zugelegt. Ich werde es demnächst verbauen und dann berichten, ob es so funktioniert wie ich mir das gedacht habe.

Hausärztetest?!

Heute berichtet der ORF über Mystery Shopping bei Hausärzten. WGKK Mitarbeiter haben sich als Patienten ausgegeben und sich bei Hausärzten behandeln lassen. Dabei hat sich gezeigt, dass die Hausärzte gegen die Regeln der #WGKK verstoßen haben. Dabei geht es z.B. um Medikamentenverschreibungen ohne dass der Arzt den Patienten gesehen hat. Die Rezepte wurden durch die Sprechstundenhilfe ausgestellt.

Es ist natürlich abzulehnen, dass Ärzte Leistungen von der Gebietskrankenkasse und damit von uns allen kassieren, die sie gar nicht erbracht haben. Und vielleicht waren diese Ärzte wirklich schwarze Schafe die das System missbraucht haben. Aber …

Warum verlangt die Gebietskrankenkasse dass bei Medikamenten immer kleine Packungen verschrieben werden. Ich hatte mir z.B. ein halbes Jahr lang Spritzen gegen Thrombose zu verabreichen. Die Spritzen werden in einer Verpackugseinheit von 10 Stück vom Arzt verschrieben – mehr darf er nicht verschreiben. Damit muss ich alle 10 Tage zum Hausarzt. Wenn der Arzt auf Urlaub geht, dann muss er bei der Krankenkasse darum Ansuchen, dass er 2 Packungen verschreiben darf, denn sonst würden mir die Spritzen während des Urlaubs ausgehen. Es ist abzusehen, dass diese Spritzen für Monate verabreicht werden müssen. Trotzdem müsste der Hausarzt den Patienten alle 10 Tage ansehen – ob er noch immer den Gips am Bein hat …?!

Gleiches Beispiel gilt natürlich für alle anderen chronischen Krankheiten – wie Zuckerkrankheit. Diese ist nicht heilbar. Die Medikamente müssen trotzdem regelmäßig verschrieben werden – und der Arzt kann dann sicherlich alle paar Wochen feststellen, dass noch immer kein Wunder passiert ist.

All diese Patienten müssten, wenn es nach der Gebietskrankenkasse geht – nun lange Wartezeiten in Kauf nehmen – und darauf warten, dass der Hausarzt Zeit hat, nur um festzustellen – dass seit dem letzten Besuch noch kein Wunder eingetreten ist? Wäre es nicht viel sinnvoller das System zu verändern – und entweder größere Verpackungseinheiten zu verschreiben – oder Dauerrezepte auszustellen? 

Auf der anderen Seite gibt es bei der Gebietskrankenkasse die “Chefärzte” – (von wem sind die eigentlich der Chef) – diese Ärzte müssen Verordnungen bewilligen. Diese Bewilligung passiert natürlich ohne den Patienten gesehen zu haben. Man schickt die Verordnung an die WGKK und diese schickt diese mit der vom Chefarzt versehenen “Bewilligt” Stempel wieder an den Patienten retour – ohne eingehender Untersuchung. Was kann denn der Chefarzt mehr als der Hausarzt dass er befähigt ist telepatisch zu entscheiden, ob ein Patient diese Behandlung braucht?

Ich wäre einmal für ein Mystery Shopping bei der Gebietskrankenkasse um Fehlleistungen dort festzustellen und zu sanktionieren. Ich denke hier wäre einiges an Geld zu holen – bei sinnlosen bürokratischen Abläufen – die dem zahlenden Patienten der sich seine Krankenkasse nicht aussuchen kann großen finanziellen Schaden zufügen. Ich fürchte viel mehr als bei einigen schwarzen Schafen unter der Ärzteschaft die man medienwirksam aufdeckt.

ELGA: Milliardenschwere Doppelstruktur

Die Elektronische Gesunheitsakte soll verhindern, dass Patienten falsch behandelt werden. Wechselwirkungen zwischen Medikamenten sollen ausgeschlossen werden. Eine ganz tolle Erfindung für den Patienten will man uns weiß machen. Aber das alles gibt es heute schon und ELGA ist zwar extrem teuer (Experten rechnen mit bis zu 5 Milliarden Euro) und hilft eigentlich nur einem: Der Krankenkasse zu Argumentieren warum sie bei Medikamenten einsparen möchte. Das schadet auch nur einem: Dem Patienten- und zwar im Geldbörsel und bei der Gesundheit – und natürlich wieder einmal den Grundrechten (Arztgeheimnis). Der gläserne Patient wird dadurch Wirklichkeit.

Artikel zum Thema auf Die Presse

Warum die Festplattenabgabe schlecht ist

Die Leerkassetenvergütung

1980 wurde erstmals in Österreich eine Vergütung auf Leermedien – die s.g. Leerkassettenvergütung eingeführt. Diese Abgabe soll die Urheber für die Vervielfältigung von urheberrechtlich geschützten Werken in angemessener Weise entschädigen.In Österreich ist die Austria Mechana – für alle Verwertungsgesellschaften gemeinsam dafür verantwortlich diese Abgabe einzuheben. Die Vergütung ist von denjenigen zu leisten die das Leer-Trägermaterial (z.B. Audio- und Videoleerkassetten sowie beschreibbare CD’s und DVD’s als erster “gewerbsmäßig entgeltlich in Verkehr bringt” – also vom Importeuer.Die Leerkassettenvergütung richtet sich nach Spielstunden bzw. Speicherkapazität des Mediums und hat 2007 – ca. 16 Mio EUR eingebracht.

Vergütet durch die Leerkassettenvergütung sollte die Aufnahme von “Werken” aus dem Radio werden. Mit der Einführung von Kassettenrecordern war der Konsument erstmalig in der Lage Musikstücke für den privaten Gebrauch aus dem Radio zu kopieren, für eigene private Zwecke oder auch zur Weitergabe an Freude, bzw. auch die Musik von Schallplatte (ja die CD gab es damals noch nicht) auf Musikkassette zu kopieren. Das Internet ist erst ungefähr zur Zeit geboren worden, als die Leerkassettenvergütung eingeführt wurde – war aber für private Anwender noch lange nicht nutzbar.

Schwindende Einnahme aus der Leerkassettenvergütung

Seit 1980 als die Leerkassettenvergütung eingeführt wurde, hat sich das technologische Umfeld stark geändert. DIe Musikkassette gibt es nicht mehr. Videorecorder stehen mittlerweile auch eher im Museum als in heimischen Haushalten. Sogar die CD’s sind eigentlich nur noch Relikte aus der Vergangenheit. Musik wird heute zum Großteil elektronisch vertrieben (z.B. Apple iTunes oder Amazon.com). Der Videorecorder wurde durch Festplattenrecorder ersetzt. CD’s oder DVD’s werden heutzutage für die Speicherung von kopierter Musik oder Filmen sehr selten noch genutzt. Diese Daten werden heute gleich auf Festplatten gespeichert. Das hat den Vorteil dass große Sammlungen ohne Wechsel des Mediums immer im Zugriff sind. Aus diesen Gründen sind die Einnahmen über die Leerkassettenvergütung über die letzten Jahre stark zurückgegangen. (Leider werden die Daten nach 2007 nicht publiziert und sind daher nicht nachvollziehbar).

Festplattenabgabe!

Die Verwertungsgesellschaften sehen es daher als logisch an, dass man die Vergütung für Leermedien nun für das Medium einheben muss auf dem die urheberrechtlich geschützten Werke nun kopiert werden –> nämlich auf die Festplatte. Diese Schlussfolgerung scheint logisch. Auch dass man die Abgabe nach Größe des Mediums einhebt, ist schon im Gesetz definiert. Daher wendet man die Tarife die für CD’s (650 MB) und DVD’s (4,7GB) und wendet diese auf Festplatten (typischerweise 1TB) an. Die Verwertungsgesellschaften argumentieren, dass dies logisch sei – denn die Festplatte ist heute das Speichermedium der Wahl – und Musik / Filme und andere urheberrechtlich geschützte Werke werden auf Festplatten gespeichert – daher sei die Leerkassettenvergütung eben jetzt auf Festplatten einzuheben.

Der Trugschluss

Das Argument scheint auf dem ersten Blick – für möglicherweise nicht IT affine – logisch. Früher wurde Musik auf CD’s gebrannt – jetzt wird sie auf Festplatte gespeichert. Also muss eine Festplattenabgabe her. Es gibt aber viele Gründe, warum eine Abgabe auf Festplatten nicht mit der Abgabe auf Leermedien vergleichbar ist:

  • Treffsicherheit
    Leerkasseten wurden fast ausschließlich zur Speicherung von Musik und Videos verwendet. Aus diesem Grund war eine Vergütung auf Leerkassetten sehr treffsicher. Jemand der eine Videokassette gekauft hat, hat darauf Filme gespeichert. Manche Hobby Filmer haben natürlich auch abgaben entrichtet, obwohl sie ihren Urlaubsfilm auf einer Videokassette gespeichert haben, aber größtenteils wurden urheberrechtlich geschützte Werke aus dem Radio oder Fernsehen gespeichert. Mit der CD/DVD war es nicht mehr ganz so treffsicher. Denn auf CD/DVD wurden auch Computerprogramme und Daten (Sicherung) gespeichert. Damit wurde die Abgabe auch für z.B. Datensicherungen geleistet. Mit der Abgabe auf Festplatten ist es nun auch so, dass die Abgabe auf das Betriebssystem des Computers geleistet wird, auf alle installieren Programme – etc. Daher ist die Abgabe auf eine Festplatte nicht mit einer Abgabe auf Leermedien vergleichbar.
  • Verhältnismäßigkeit
    Laut Angaben der Wirtschaftskammer beträgt die angedachte Höhe der Abgabe ca. 40% einer Festplatte. Daher Festplatten würden in Österreich mit Einführung der Festplattenabgabe um 40% teurer werden. Das ist nicht vernachlässigbar. Bei einem Prei einer Festplatte von rund 100EUR würde der Konsument daher in Zukunft rund 140EUR zahlen müssen.
  • Technologische Entwicklung
    Die Frage ist auch ob durch die Einhebung einer Abgabe auf Festplatten das Problem gelöst wird. Denn mittlerweile gibt es auch die Möglichkeiten Daten in der “Wolke” zu speichern. Von Musikplattformen wird auch angeboten legal erworbene Musik direkt auf deren Server zu speichern – und bei bedarf auf verschiedenste Geräte zu synchronisieren. Daher wird mittlerweile auch eine Abgabe auf “Online-“Festplatten angedacht. Zusätzlich wird natürlich auch mit dem Argument jedes Handy ist auch ein MP3 Player, auch Abgaben auf Handy’s eingehoben, auf Speicherkarten, USB Sticks, etc.

Die Auswirkungen

Theoretisch müsste bei Einführung einer Festplattenabgabe auch ein ausländischer Händler wenn er nach Österreich versendet diese Abgabe einheben. In der Praxis funktioniert das wohl nur bei einigen wenigen großen Händlern die von den Verwertungsgesellschaften mit Klagsdrohungen dazu gezwungen werden. Die Mehrzahl der kleinen ausländischen Händler würden die Geräte ohne Abgabe zu verrechnen nach Österreich zu liefern. In Zeiten des Internets (geizahls.at) ist es wohl für den Anwender ein leichtes damit 40% günstiger einzukaufen. Das würde sicherlich vor allem den österreichischen Handel schwer treffen, denn wer würde freiwillig ein gleiches Gerät in Österreich um 40% teurer kaufen, wenn er es in der EU wesentlich günstiger bekommt. Der Handel (und die Wirtschaftskammer läuft daher gegen die Abgabe sturm. Eine derartige Abgabe würde nur dann sinn machen, wenn es eine zumindest EU Einheitliche Lösung gibt.

Anwender beklagen zudem dass vor allem Kunden die Musikstücke legal erwerben mehrfach zur Kasse gebeten werden. Denn früher hat jemand der eine Vinyl Platte gekauft hat, bzw. eine DVD keine Leerkassettenvergütung bezahlt. Wenn ich heute legal ein Musikstück – oder einen Film online erwerbe – und auf die eigene Platte lade, dann würde ich mit der Festplattenabgabe auch dafür nochmals bezahlen. Das empfinden Konsumenten als ungerecht.

Das Anbieten von Musik / Filmen über Internet Tauschbörsen wäre auch nach Einführung einer Festplattenabgabe illegal (nicht das herunterladen). Konsumenten argumentieren, dass wenn man schon eine derartige Abgabe einhebt, dann müsste auch das (private – nicht gewerbsmäßige) kopieren von Urheberrechtlich geschützten Werken legal werden. Man kann nicht auf der einen Seite versuchen die Benutzer in die Illegalität zu drängen, und auf der anderen Seite hohe Gebühren für genau dieses einheben.

Die Lösung?

Wie könnte eine vernünftige Lösung des Problems aussehen? Man könnte die Abgabe vom Konsumenten wegverlagern. Die Gebühr könnte z.B. durch diejenigen abgeführt werden, die die Werke “in Verkehr” bringen. Man könnte zum Beispiel den Beitrag den ein (Radio-/Fernseh) Sender abführen muss, wenn er ein Musikstück ausstrahlt ganz geringfügig erhöhen. Es wäre wirklich eine geringfügige Erhöhung. Rechnen wir es einmal durch: Es gibt in Österreich 8,4 Mio. Einwohner. Die Leerkassettenvergütung hat im Jahr 2007 ca. 16 Mio EUR eingebracht, das sind daher ca. 2 EUR pro Österreicher und Jahr. Wenn man das auf alle Radio und Fernsehstationen in Österreich umlegt, bzw. auf die ausgestrahlten Werke – dann denke ich hält sich die Erhöhung der derzeitig ohnehin abgeführten Beiträge in Grenzen. Die Verwertungsgesellschaften würden sich auch aus der Schusslinie bringen – und nicht mehr als “Raubritter” gesehen werden. Alternativ könnte man die 2 EUR pro Jahr auch vom Staat einheben lassen – als Kulturförderung – in diesem Falle würde die Förderung auch für Österreichische Künstler verwendet werden können und nicht zu großen Teilen ins Ausland fließen.

Sobald ein Werk öffentlich ausgestrahlt wurde – sollte es auch für private Zwecke legal kopiert werden dürfen. D.h. solange ein Film nur im Kino läuft, darf er auch nicht kopiert werden (woher auch legal, denn es gibt ihn ja noch gar nicht offiziell – er könnte nur im Kino abgefilmt werden – und das ist ohnehin verboten). Wenn ein Film im Fernsehen ausgestrahlt wurde, dann kann ich ihn dort auch aufnehmen – und ich darf ihn auch an Freunde und bekannte weitergeben. Warum will man das also illegal machen und bestrafen?

Daher: sollte das private kopieren von Werken – das ja ohnehin in Österreich erlaubt ist vollständig erlaubt werden (also auch die Verwendung von P2P Werkzeugen) – nur gegen kommerzielles Anbieten von Werken sollte auch streng vorgegangen werden (wie z.B. gegen Portale wie Kino.To – bei denen die Anbieter dieser Plattformen aus den Werken anderer extrem hohe Profite ziehen – die Urheber davon aber keinen Cent sehen). In diesem Falle ist natürlich auch die Mitwirkung der Behörden, der Internet Provider etc. notwendig. Gegen private Benutzer jedoch mit solchen Methoden vorzugehen – ist jedoch aus demokratiepolitischen Gründen vollständig abzulehnen – denn sonst enden wir in einem Orwell’schen Überwachungsstaat. Und das Urheberrecht ist sicherlich nicht über die Grundrechte zu stellen.

US ändert Politik aufgrund ACTA Entscheidung

Sehr spannender Artikel auf ARS Technica darüber wie die USA eine Kehrtwendung in der Copyright Politik aufgrund der ACTA Entscheidung des europäischen Parlaments vollzogen haben.

ACTA war eigentlich als Waffe gegen Produktfälschungen gedacht. Die RIAA (Recording Industry of America) und MPAA (Motion Pictures Association of America) haben in ACTA unendlich viele Forderungen hinenreklamiert und man hat es zugelassen, um die Einigkeit der Industrie nicht zu gefährden. Jetzt sieht man von den anderen Industrien, dass diese beiden Institutionen dafür verantwortlich sind, dass das Abkommen gekippt wurde – und damit auch alle anderen verhandelten Punkte die nicht Film oder Musik betreffen.

Dieser Misserfolg hatte zur Folge dass der US Trade Representative seine Meinung zum Copyright geändert hat. Man will sich nicht andere Abkommen durch ein Hardline Vorgehen kippen lassen. Die ACTA Ablehnung war hier eine harte Lehre.

Artikel auf ARS Technica (englisch)

Ablehnung zu ACTA–ist jetzt alles wieder gut?

Gestern hat das Europaparlament mit überwältigender Mehrheit das ACTA Handelsabkommen abgelehnt. Es war ein wichtiger Schritt und ein großer Sieg, den die Netzgemeinde errungen hat. Das heißt aber noch lange nicht, dass alles wieder gut ist – und alle wieder in den Sommerschlaf verfallen können.

In den vergangen Jahren gab es immer wieder Vorstöße das Urheberrecht zu verschärfen, die Anwender zu kriminalisieren (Verstöße gegen das Urheberrecht sind derzeit privatrechtliche Tatbestände, und keine strafrechtlichen. D.h. derzeit muss der geschädigte dagegen vorgehen – und nicht der Staatsanwalt von sich aus aktiv werden).

Es gibt auch immer wieder Vorstöße dass man Internet Provider als Hilfssheriffs verpflichten möchte, gegen ihre eigenen Kunden vorzugehen – sie auszuspionieren und Verstöße zu melden. Irgendwie hat das den Schalen Beigeschmack der Blockwarte im dritten Reich.

Parallel dazu laufen Gerichtsverfahren zu Festplattenabgabe und Handyabgabe. Eine Urheberrechtsabgabe auf Datenspeicher. Zweimal hat ein Gericht schon gegen diese Abgabe entschieden – denn der Kauf einer Festplatte steht in keinem Zusammenhang mit der Menge an privatkopierter Musik. Das Argument, dass aus dem Internet viel mehr kopiert wird – ist hier nicht zulässig, denn die Privatkopie gilt nur für legale Aufnahmen von z.B. Musik oder Filmen aus Fernsehen und Radio – nicht auf Downloads aus dem Internet. Wenn man die Urheberrechtsabgabe deutlich erhöhen möchte, muss man gleichzeig auch Filesharing im Internet erlauben.

Zusätzlich ist seit April noch immer die Vorratsdatenspeicherung in Österreich in Kraft – die die Telekom Provider verpflichtet die Verkehrsdaten ihrer Kunden vorrätig zu halten, und teilweise ohne richterliche Anordnung den Behörden zugänglich zu machen. Das Recht auf Privatsphäre ist ein verfassungsmäßiges Recht und es ist zu befürchten, dass jetzt wo es dieses Gesetzt schon einmal gibt, die Rechte der Behörden hier noch weiter ausgeweitet werden.

Auch der Umgang mit anderen Daten – z.B. das Passagiergastdatenabkommen mit den USA ist sehr fragwürdig. Es werden alle möglichen und unmöglichen Daten von Europäischen Bürgern an die USA weitergegeben. Dies ist wohl der erste Schritt zur totalen Überwachung der Reisebewegungen der Europäischen Bürger.

All das sind Themen die weiterhin die Aufmerksamkeit der Netzgemeinde benötigen.

ClubComputer Stammtisch Netzpolitik

ORF Steuer

Ich hoffe ihr zahlt alle brav ORF Gebühr. Ja – auch wenn man gar nicht ORF schauen kann, muss man seit vorigem Jahr auch zahlen. Das ORF Gesetz wurde voriges Jahr so geändert, dass alle die im Einzugsbereich des ORF wohnen – wo Terrestrisches Fernsehen grundsätzlich empfangen werden kann – und ein Gerät besitzen, mit dem man grundsätzlich fernsehen kann (also z.B. auch einen Computer) ORF gebühr zahlen müssen.

Ich habe z.B. selbst eine SAT Schüssel am Dach. Ich habe keine DVB-T Antenne und sehe mit dem PC über eine SAT Karte fern. Wenn ich keine ORF Karte habe – kann ich aber ORF gar nicht schauen. Trotzdem muss ich in meinem Fall die ORF Gebühr entrichten – denn hier kann man DVB-T empfangen.
Dass ich technisch gar nicht dazu in der Lage bin, wenn ich keine ORF Karte habe – interessiert nicht mehr.

Aus meiner Sicht ist die ORF Gebühr daher keine Gebühr für erbrachte Leistung mehr, sondern eine staatliche Steuer, die sich nur noch als Gebühr verkleidet.

Bericht auf DiePresse

Netzneutralität

Netzneutralität bedeutet dass ein Netzwerkbetreiber sich Neutral gegenüber in seinem Netz übertragenen Daten verhält. D.h. dass er alle Daten gleich behandelt, egal um welche Daten es sich handelt.

Beispielsweise ist eine Unterbindung von VoIP (Internet Telefonie) durch einen Internet Provider, wie er z.B. schon in mobilen Telekommunikationsnetzen erfolgt ist eine eindeutige Verletzung der Netzneutralität. Der Provider unterbindet VoIP Verkehr, in der Hoffnung dass die Kunden dann die (vermutlich teureren) Telefonie Dienste des Providers nutzt. Gleiches trifft z.B. auf die Unterbindung von P2P Programmen wie z.B. Emule oder auch BitTorrents durch Provider zu. In diesen Fällen scheint klar zu sein, dass die Zensurierung von Datenverkehr durch den Provider abzulehnen ist.

In anderen Bereichen erscheint eine Verletzung der Netzneutralität aber sinnvoll. Beispielsweise wenn ein Dienstanbieter bestimmte Dienste vor anderen priorisiert. Wenn zum Beispiel auf einer Leitung E-Mail und Telefonie sich konkurrenziert, dann erscheint es sinnvoll, dass die E-Mail etwas später zugestellt wird, wenn dadurch garantiert wird dass ein VoIP Telefongespräch dadurch störungsfrei geführt werden kann.

Viele Provider verwenden diesen Priorisierungsmechanismus auch für Filesharing (P2P Clients). Da von diesen Clients oft große Bandbreiten verbraucht werden, wird die diesen Protokollen zur Verfügung stehende Bandbreite gedrosselt. Damit senkt der Provider seine eigenen Kosten – denn er hat nur zwei Möglichkeiten: Entweder er erhöht ständig die Bandbreite, da die Anforderungen seiner Kunden immer steigen, oder er reduziert die zur Verfügung stehenden Bandbreiten für bestimmte Applikationen.

Zusätzlich kann der Provider natürlich auch nur bestimmte Priorisierungen oder gar Filterungen vornehmen, wenn er den Datenverkehr seiner Kunden analysiert. Genau darin sehen Kritiker auch ein Problem. Wenn sehr ausgeklügelte Verfahren verwendet werden, um zu sehen was die Kunden auf ihren Leitungen anstellen, dann besteht die Gefahr, dass diese Informationen auch für Zwecke genutzt werden, die dem Kunden gar nicht recht sind. z.B. kann der Kunde aus den so gewonnen Informationen auch gezielt mit Werbung beschickt werden. Natürlich eröffnen genau diese Aktivitäten auch Tür und Tor dafür dass Internet Provider als Hilfssheriffs der Medienindustrie genutzt werden – und dazu verpflichtet werden ihre eigenen Kunden zu bespitzeln.

Wenn man das auf die analoge Welt umlegt, dann muss man bedenken, dass diese Verfahren vergleichbar wären, wenn die Post alle Briefe aufreißt und die Beförderung je nach Inhalt des Briefes vornimmt. So etwas gab es schon einmal in Österreich – und zwar zu Metternichs Zeiten. Spitzelwesen und Zensur waren damals alltäglich.

Netzneutralität ist also eine Gratwanderung. In bestimmten Bereichen kann Netzwerkmanagement sinnvoll genutzt werden – und für den Konsumenten eingesetzt werden. Es gibt aber auch viele Gefahren – daher muss man sich mit diesem Thema unbedingt kritisch auseinandersetzen und hinterfragen, welche Möglichkeiten der eigene Provider anwendet, und welche positiven und negativen Auswirkungen das haben könnte.