Windows Phone / IDC + Gartner

IDC und Gartner sind sich einig. Microsoft hat im Q4/2012 Fortschritte im Smartphone Markt gemacht.

IDC hat in ihrer Studie geschätzt, dass 6 Millionen Windows Phones im Q4 2012 verkauft wurden. Das wäre eine 150 Prozentige Steigerung gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahres. Der Gesamtmakrt ist 42 Prozent gestiegen, damit wächst Microsoft von einem geringen Niveau aber wesentlich schneller als der Markt und gewinnt damit wieder Marktanteile. Die Zahlen liegen im gleichen Bereich wie eine aktuelle Gartner. Zum Vergleich: Apple hat im Q4 48 Millionen iPhones verkauf. Es bleibt also noch ein Langer Weg – wobei aus meiner Sicht die Zahlen deutlich besser ausfallen hätten können, wenn die Geräte von vor allem Nokia in vernünftigen Stückzahlen lieferbar gewesen wären. Nokia kämpft beim Flaggschiff Lumia 920 in Österreich offensichtlich noch immer mit Lieferschwierigkeiten.

Film Austria vs. Plattform für ein modernes Urheberrecht

Der Verein Film Austria wirft in einer Presseaussendung der Plattform für ein modernes Urheberrecht vor keine konkreten Vorschläge für ein Urheberrecht zu haben – und nur die Festplattenabgabe verzögern zu wollen.

Vermutlich hat Film Austria hier recht. Die “”Plattform für ein modernes Urheberrechtist eine Vereinigung hinter der folgende Firmen stehen: Apple, ASUS, Brother, Canon, Dell, DiTech, Hewlett-Packard, Ingram Micro, Konica Minolta, KYOCERA, Lenovo, Media Markt, Nokia, OKI, S&T, Samsung, Saturn, Sony, Tech Data, Toshiba.

Das größte Anliegen dieser Unternehmen ist, dass es in Österreich zu keiner Wettbewerbsverzerrung durch Abgaben auf Speichermedien kommt. Denn wenn in Österreich solche Abgaben eingehoben werden, werden die Anwender einfach die Geräte im Ausland kaufen – wo es diese Abgabe nicht gibt.

Die Plattform “Kunst hat Recht” wiederum ist vermutlich nicht an einer Reform des Urheberrechts interessiert, sondern daran die “Leerkassettenvergütung” in die neue Zeit zu retten. Hinter Kunst hat Recht stehen ja bekanntlich die Verwertungsgesellschaften – daher ist auch Ihr Antrieb relativ klar.

Die Rechtfertigung von Kunst hat Recht ist dass früher Musik und Filme au Leerkassetten kopiert wurde. Jetzt wird viel mehr – aus dem Internet auf Festplatten kopiert – und daher muss auch eine (höhere) Abgabe auf das Nachfolgemedium der Leerkassetten her.

Der Trugschluss ist hier aber doppelt:

  1. Auf Leerkassetten wurden so gut wie ausschließlich Musik oder Filme gespeichert – da diese Medien ausschließlich für diesen Zweck hergestellt wurden. Eine Speicherung von Daten war auf diesen Medien nicht vorgesehen. Man konnte keine Computerprogramme z.B. – oder eigene Fotos auf diesen Medien speichern. Die Abgabe war daher relativ treffsicher. Auf Festplatten werden aber sehr viele andere Daten gespeichert. Hier liegt ein technischer Unterschied vor.
  2. Die Leerkassettenvergütung (oder eine zukünftige Festplattenabgabe) wäre ein Ausgleich für entgangene Einnahmen durch (legale) Privatkopien. D.h. z.B. wenn sich ein Benutzer einen Fernsehfilm zu Hause aufnimmt. oder ein Musikstück vom Radio aufnimmt. Es ist kein Ersatz für illegale Kopien aus dem Internet. Genau das wird aber immer wieder ins Rennen geführt. Die Leute kopieren heute viel mehr – also sollen sie mehr Abgabe zahlen. Wenn dem so wäre, dann müsste das Kopieren von Urheberrechtlich geschützten Werken über das Internet freigegeben werden – wobei darüber nie diskutiert wird. Auch bei Einführung einer Abgabe auf Speichermedien wären z.B. Peer 2 Peer Tauschbörsen noch immer nicht legal.

Die Vorschläge von ClubComputer zu diesem Thema

  • Eine Abgabe auf Speichermedien ist schlecht weil sie nicht treffsicher ist. Die Größe einer gekauften Festplatte hat im Gegensatz zum Kauf von Musikkassetten keinen keinen Zusammenhang mit der Anzahl an Privatkopien die ich anfertige. Daher ist sie als Messkriterium für diese “Steuer” untauglich. Zusätzlich beschädigt sie auch durch eine Wettbewerbsverzerrung den Wirtschaftsstandort Österreich.
  • Wenn eine pauschale Abgabe verlangt wird – die deutlich höher ist als die Einnahmen der Leerkassettenvergütung in den fettesten Jahren (damals ca. 14 Mio EUR) – dann muss man auch überlegen Privatkopien von Werken die nicht DRM (Digital Rights Management) geschützt sind, und legal in Umlauf gekommen sind – vollständig freizugeben. Also auch Peer to Peer Tauschbörsen, etc. zu erlauben. Damit würde man nur etwas legalisieren was ohnehin nicht zu kontrollieren ist.
  • Wenn man diesen Weg gehen würde, dann sollte man einen anderen Mechanismus finden die Abgabe zu bemessen, da die Festplatte oder der Speicherchip ein untaugliches Mittel ist. Man könnte z.B. 1 EUR auf die ORF Gebühr aufschlagen – für das Recht auf Privatkopie. Die GIS würde das Inkasso mit dem Beitrag einheben. Die GIS verwaltet rund 3,5 Mio Rundfunkteilnehmer. Wenn man also pro Quartal 1 EUR mehr zahlen würde, wären die 14 Mio beisammen – und niemandem würde das weh tun.

Damit hätten wir einen Ersatz für die aus unserer Sicht schwachsinnige Festplattenabgabe / Speichermedienabgabe gefunden – und könnten jetzt in Ruhe und vernünftig über ein neues Urheberrecht diskutieren, das nämlich mit dieser Diskussion nur am Rande zu tun hat – und sehen wie die Künstler wirklich zu einer fairen Bezahlung für Ihre Werke kommen könnten.

Wir Konsumenten wollen zwei Dinge:

  • Künstler die Kunst produzieren die uns Freude bereitet – und die für ihre Arbeit auch vernünftig entlohnt werden
  • als Konsument und Publikum nicht für Dumm verkauft und über den Tisch gezogen werden.

wir glauben dass beides durchaus erreichbar ist.

Abgeschrieben? Aber nicht die Doktorarbeit!

#privacy Die Website Lobbyplag.eu beschäftigt sich mit der Entstehung der neuen EU Datenschutzrichtilinie (#GDPR). Dabei geht es um die neuen Datenschutzregelungen innerhalb der EU. Die Website zeigt auf, welche Lobby – welche Textpassagen in die Gesetzesvorlage eingebracht hat – und auch welche EU Abgeordneten in den Komitees sitzen die diese Vorschläge in die Gesetzesentwürfe eingearbeitet hat.

Was man dabei auch sehr klar sieht, ist dass es in dieser Liste keine Organisation gibt, die Verbesserungen für die Konsumenten in die Gesetze eingebracht hätten. Wohl aber z.B. auch die U.S. Handelskammer z.B.heftig am Gesetz mitschreibt.

Diese Liste zeigt auf wie wichtig es ist, dass sich auch die betroffenen Konsumenten besser organisieren und versuchen ihre Zukunft mitzugestalten. Ich würde mich nicht darauf verlassen, dass die gewählten Politiker diese Aufgabe ohne “Unterstützung” im Sinne ihrer Wähler übernehmen.

Urheberrechtsnovelle nicht vor Nationalratswahl

Es war zu erwarten. Die derzeitige Regierung wird das heiße Eisen der Urheberrechtsnovelle – nicht vor der Nationalratswahl angreifen. Mit der Einführung der Abgabe auf alle Speichermedien (schon lange sind es nicht nur mehr Festplatten die hier adressiert werden sollen) würde man sich vermutlich in der Wählerschaft keine großen Freunde machen. Daher wird das Thema auf die lange Bank geschoben.

Es könnte dann sein, dass eine frisch gewählte neue Regierung das Thema gleich als eines der ersten angeht. Bis zur nächsten Wahl ist dann alles wieder vergessen.

Bericht in der kleinen Zeitung

Rückwärtssalto von Darabos

Am Mittwoch den 6. Februar hatte das Österreichische Datenschutzportal unwatched.org berichtet dass das Verteidigungsministerium an einer Reihe an Begleitgesetzen arbeitet, welche die derzeitige Gesetzeslage der Militärbefugnisgesetze an “aktuelle Entwicklungen” anpasst und konkretisiert.

Fast das genaue Gegenteil war der Fall. Das Militär wollte sich Zugang zu den umstrittenen Vorratsdaten verschaffen sowie auch Zugang zu den Benutzerdaten aller Diensteanbieter. Was genau unter einem Diensteanbieter zu verstehen sei, wurde im Gesetzt nicht definiert, wonach auch z.B. dieses Blog als Diensteanbieter interprätiert werden hätte können. In einer Reihe recht unbedeutsam scheinender Gesetzesänderung war also einiges an Sprengstoff versteckt worden. Vermutlich hatten die Verfasser damit gerechnet, dass diese ohne großes Aufsehen vom Parlament durchgewunken werden.

Der Zugriff auf die umstrittenen Vorratsdaten – der bisher nur der Polizei erlaubt war – und zwar unter Auflagen – die meistens auch einer richterlichen Anordnung bedürfen, hätte völlig frei von dieser erfolgen sollen. Das heißt das Bundesheer hätte jederzeit – wenn es zur Erfüllung seiner Aufgaben (welche immer das sein mögen) Zugriff auf die Daten begehrt hätte – diese auch bekommen, ohne dass ein Richter etwas dagegen einwenden könnte.

Nach einem Aufschrei im Internet, der dann auch Berichte in den Medien nach sich gezogen hat (z.B. ORF FM4) hat der Verteidigungsminister dann angekündigt diese Gesetztesentwürfe zurückziehen zu wollen. Darüber haben dann auch die ORF Radionachrichten (die behauptet haben, dass die Aufdeckung durch FM4 erfolgt ist) und auch die ZIB berichtet. 

Ich frage mich, auch – was das Heeresnachrichtenamt (Auslandsgeheimdienst des Militärs) oder das Heeresabwehramt (Inlandsgeheimdienst des Bundeseheeres) mit diesen Daten anzufangen gedenken. Die meisten Bedrohungen werden sich für das Militär sicher nicht aus Österreichischen Blogs oder Web Seiten ergeben. Wenn dann bräuchte man in Zeiten der Globalisierung Zugriff auf die Daten ausländischer Benutzer, und Systemen – die man sich über ein Österreischisches Gesetz wohl sicher nicht beschaffen kann.Bisher war ich auch immer der Annahme das Bundesheer existiert zum Schutz der Österreichischen Bevölkerung – und nicht dazu diese auszuspionieren.

An diesem Beispiel sieht man wie wichtig es ist, dass aufmerksame Bürger die Gesetzesentwürfe genau lesen und die breite Öffentlichkeit auch auf solche brisanten Themen aufmerksam macht. Herzlichen Dank an unwatched.org in diesem Falle und allen unseren clubcomputer.at Mitgliedern für’s Weiterverbreiten der Nachricht!

Weitere Informatioinen:
http://clubcomputer.at/netzpolitik

Bankomatzahlung ohne PIN?

Im Laufe des heurigen Jahres werden die Österreichischen Banken eine neue Funktion auf die Bankomatkarten integrieren. Die Funktion erlaubt die Bezahlung kleinerer ( <25 EUR) Beträge ohne Eingabe eines PIN Codes. So bequem sich das anhört – so bedenklich kann diese Funktion auch sein. Theoretisch ist es nämlich denkbar, dass jemand 25 EUR von der Karte abbucht, ohne dass es der Benutzer überhaupt mitbekommt. Die Geldbörse steckt in der Hose – und trotzdem sind 25 EUR (vielleicht auch mehrmals) weg.

Diese Bedenken gegen diese Technologie bringen derzeit die Konsumentenschützer auf den Plan. Die meisten Banken führen diese neue Technologie verpflichtend ein. Nur die BAWAG-PSK überlässt ihren Kunden die Entscheidung, ob sie diese Technologie auf den neuen Bankomatkarten implementiert haben wollen.

Neue Bankomatkarten mit dieser Technologie erkennt der Kunde wegen des Aufdrucks “PayPass” oder “PayWave”. Diese Karten sind dann mit NFC (Nearfield Communication) Technologie ausgestattet.

Wir sind sicherlich nicht gegen die Einführung neuer Technologien Allerdings sollte der Konsument aktiv darauf aufmerksam gemacht werden – und ihm auch die Entscheidung überlassen werden, ob der diese Technologie nutzen möchte. Auch wenn das Risiko vielleicht nicht besonders groß ist, sollte der Kunde einverstanden sein, dieses einzugehen. Bisher war die Aufklärung über die Einführung der neuen Technologie sehr mangelhaft (Kreditkarten sind schon länger mit dieser Technologie ausgestattet).

Diskussion in unserem ClubComputer.at Netzpolitik Forum

Weiterführender Bericht auf der Futurezone

Weiterfürhender Bericht auf diePresse

Datenklau im Vorbeigehen bei SWR

Spannende Befugnisse will das Bundesheer

Ich dachte bisher immer, dass wir das Bundesheer zum Schutz gegen äußere Bedrohungen haben – und das Ziel nicht der Einsatz gegen das eigene Volk ist?

Im Entwurf des neuen Militärbefugnisgesetzes befindet sich folgender Absatz:

„(2a) Militärische Organe und Dienststellen nach Abs. 1 dürfen von den Betreibern öffentlicher Telekommunikationsdienste und sonstigen Diensteanbietern Auskünfte verlangen über

  1. Namen, Anschrift und Teilnehmernummer eines bestimmten Anschlusses, wenn dies zur Erfüllung der ihnen nach diesem Bundesgesetz übertragenen Aufgaben erforderlich ist,
  2. Internetprotokolladresse zu einer bestimmten Nachricht und den Zeitpunkt ihrer Übermittlung, wenn sie diese Daten als wesentliche Voraussetzung zur Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen,
  3. Namen und Anschrift eines Benutzers, dem eine Internetprotokolladresse zu einem bestimmten Zeitpunkt zugewiesen war, wenn sie diese Daten als wesentliche Voraussetzung zur Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen, auch wenn hiefür die Verwendung von Vorratsdaten erforderlich ist,
  4. Namen, Anschrift und Teilnehmernummer eines bestimmten Anschlusses durch Bezugnahme auf ein von diesem Anschluss geführtes Gespräch durch Bezeichnung eines möglichst genauen Zeitraumes und der passiven Teilnehmernummer, wenn dies für die Abwehr gegenwärtiger vorsätzlicher Angriffe gegen militärische Rechtsgüter unter Bedachtnahme auf die militärische Zuständigkeit nach § 2 Abs. 2 erforderlich ist.

Die ersuchte Stelle ist verpflichtet, die Auskunft unverzüglich und kostenlos zu erteilen.“

Spannend ist auch “sonstige Diensteanbieter” darunter würde auch unsere Clubhomepage http://www.ClubComputer.at fallen.

Weiterführende Lektüre