Stiehlt Google von den Zeitungen?

Im Zuge einer Klausur des Verbandes Österreichischer Zeitungsverleger dränge der Verband die Justizministerin Karl ein Leistungsschutzrecht einzuführen. Mag. Thomas Kralinger (Kurier) der Präsident des Verbandes ging sogar so weit Google Diebstahl (immerhin ein strafbarer Tatbestand) vorzuwerfen.

Worum geht es eigentlich? Google ist in erster Linie eine Werbefirma. Google verdient mit Werbung Geld. Die Methode Benutzer auf seine Seite zu bekommen ist gratis Suchergebnisse zur Verfügung zu stellen. Die Finanzierung erfolgt aber über Werbung.

Google indiziert also Websites anderer (auch Zeitungen) im Internet, und zeigt die Ergebnisse in seiner Internet Suche an. Ich vermute einmal, dass das die Zeitungen auch wollen, denn sonst könnten sie es ja auch ganz leicht mittels einer Datei namens “robots.txt” auf Ihren Webservern auch verbieten. Google wird nun also vorgeworfen, dass man mit der Indizierung und Verwendung der Inhalte der Zeitungen Urheberrechtsverletzungen begehe – bzw. auch Schmarotzertum. Denn die (wertvollen) Inhalte der Seite werden dazu verwendet, Google Hits zu bescheren und Google verdient mit diesen Hits dann Geld (weil Sie wie auch die Zeitung selbst – Werbung verkauft).

Wenn ich es jetzt nicht ganz falsch verstanden habe, dann jammern die Zeitungen darüber dass sie von Google indiziert werden. Das könnten Sie aber wie oben beschrieben auch jederzeit verhindern. Sie müssten nur das crawlen/indizieren Ihrer Seite verbieten. Dann würden sie aber auch in Suchergebnissen nicht mehr gefunden – und niemand würde wohl mehr auf die Seite zugreifen – und es gäbe auch keine/weniger Werbeeinnahmen auf der Website.

Alternativ ginge es natürlich auch, dass man die wertvollen Inhalte in geschützte Bereiche der Websites verschiebt, die nur Abonnenten zugänglich sind. Aber offensichtlich sind die Inhalte dann doch nicht so wertvoll und einzigartig, dass die Kunden dafür bereit wären regelmäßig Geld zu bezahlen (zumindest nicht in ausreichender Anzahl).

Ich habe also noch immer nicht verstanden worüber hier gejammert wird – außer dass wieder einmal ein altes Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert, weil sich die Welt verändert.

DiePresse: Der Überwachungsstaat, den wir wollten

Three_Surveillance_camerasAndreas Wetz (DiePresse) denkt darüber nach, ob wir durch unseren persönlichen Umgang mit Daten, nicht selbst daran Schuld sind, dass der Staat die Überwachung der Bürger immer weiter ausbaut.

Wir geben Freiwillig alle unsere Informationen preis, installieren Apps auf unseren Handys die dem Hersteller zu jeder Zeit verraten, wo wir sind – wir geben ihnen Zugriff auf unsere Kontaktdaten im Handy, auf Fotos, auf unsere gesamte Kommunikation – und dann wundern wir uns, dass unsere Politiker es für Selbstverständlich finden, die vorhandenen Daten auch zu nutzen?

Der Überwachungsstaat, den wir wollten (Die Presse)
ClubComputer.at Netzpolitik

Computerpanne im Stromnetz

Vorige Woche ist es zu einem Ausfall der Computersteuerung der APG (Austrian Power Grid) gekommen, wie die Presse erstmals berichtet hatte. Es scheint noch immer nicht ganz klar zu sein, was die Computer genau lahmgelegt hat. Durch eine Überflutung mit Messdaten “aus dem Süden Österreichs” – hat offensichtlich der Rechner aufgegeben. So etwas passiert wenn es ein Hacker machen würde, bei einer so genannten “Denial of Service Attacke” – dabei wird der Rechner mit so vielen Daten überschwemmt, dass er nicht mehr reagieren kann. Laut den Presseinformationen hatte der Vorfall aber angeblich nichts mit einem Hacker zu tun.

Spannend ist der Vorfall allemal, denn Techniker mussten ausrücken und Kraftwerke und andere Übertragungseinrichtungen manuell steuern. Was normalerweise per Mausclick von einem zentralen Steuerstand passiert – musste mühevoll von Menschen gesteuert werden. Die Kommunikation erfolgte statt über das Datennetz der APG über Telefone. Angeblich waren sogar Techniker ausgerückt um im Fall der Fälle die Schleusen der Donaukraftwerke händisch zu regeln.

Das Stromnetz ist ein sehr zerbrechliches Gebilde. Kraftwerke müssen zu jedem Zeitpunkt exakt den Strom produzieren, den die Kunden verbrauchen. Strom kann im Netz weder weggeworfen noch gespeichert werden. Daher braucht das Netz eine ausgeklügelte Steuerung. Je mehr Verbraucher und Produzenten (besonders Wind- und Solarkraftwerke die in der letzten Zeit hinzugekommen sind) dazu kommen, um so komplexer wird es diese auszutarieren. Das hat auch die Komplexität der Stromnetze in den vergangenen Jahren dramatisch erhöht.

Was kann passieren wenn diese Steuerung nicht mehr funktioniert? Es kommt zu sehr großflächigen Stromausfällen – sogenannten Blackouts. Die Stromnetze müssen dann sozusagen neu gestartet werden – der Wiederanlauf ist ebenfalls sehr komplex – und es ist durchaus im Bereich des möglichen, dass ein derartiger Steuerungsfehler auch die Netze in den Nachbarländern mitreißt – denn wenn Österreich plötzlich einen enormen Strombedarf hat (weil unsere Kraftwerke zu wenig liefern) – oder eine riesige Überproduktion, dann können möglicherweise die Netze der Nachbarländer dieses Problem nicht ausgleichen und fallen ebenfalls aus. Das kann dann zu einem Dominoeffekt führen.

Dieser Vorfall zeigt wie Anfällig unsere Infrastrukturen durch die Komplexität geworden sind. Eine große Frage ist ob die Einführung von Smartmetern die Situation verbessert oder verschlimmert. Auf der einen Seite könnte man bis zu den Haushalten steuernd eingreifen. Auf der anderen Seite würde es die Komplexität dramatisch erhöhen.

DiePresse: Stromnetz außer Kontrolle

Bericht auf Futurezone

Bank Austria kommt nicht aus den Schlagzeilen

Wie die Medien gestern bereits berichtet haben, gab es am vorigen Wochenende einen Hackerangriff auf das Online Banking System der Bank Austria. Laut Medienberichten haben die Hacker Zugriff auf die Webserver der Bank Austria erlangt und konnten auch die Logfiles der Server einsehen. Die Webserver halten aber selbst keine Daten der Kunden – diese sind auf anderen Servern der Bank gespeichert, die nochmals speziell gesichert sind. Natürlich werden aber die Daten der Kunden über die Webserver geleitet um sie am Browser anzuzeigen. Damit haben die Hacker im Grunde genommen Zugriff auf die Informationen die auch im Browser angezeigt werden. Da die Hacker aber keine TAN’s der Kunden haben, konnten Sie auch keine Überweisungen oder andere Transaktionen durchführen, wohl aber natürlich Kontostand, Kundendaten und durchgeführte Transaktionen “sehen”. Obwohl kein Schaden für die Kunden entstanden ist, bleibt wohl doch ein mulmiges Gefühl. Die Bank Austria hat die Angriffe bei den Behörden angezeigt und Ermittlungen sind im laufen.

Adobe nur noch in der Cloud

Gestern hat Adobe angekündigt, dass seine Creative Suite nicht mehr weiterentwickelt wird. Die nächsten Versionen werden nur noch in der Cloud (also als Abo) verfügbar sein. Der Kunde kann also die Produkte nur nutzen, wenn er sie als Abo mietet. Das bietet für Adobe mehrere Vorteile. Zum einen hat man einen gleichbleibenden Umsatzstrom – denn früher waren immer Umsatzspitzen zu verzeichnen, wenn eine neue Version erschienen ist – und dann wieder ein Einbruch bis die nächste Version erschienen ist. Zum anderen ist man mit dieser Methode natürlich auch die illegale Nutzung der Software mit einem Schlag los.Professionelle Nutzer haben derzeit den Vorteil, dass die Software in dieser Form günstiger wird, als die Creátive Suite – in den Foren kommen allerdings schon Befürchtungen auf, dass die Software natürlich jederzeit teurer werden kann – und der Nutzer dann nicht mehr die Möglichkeit hat, die aktuelle Version weiter zu nutzen. Die Abhängigkeit vom Hersteller erhöht sich dadurch natürlich. Auch andere Softwarehersteller gehen diesen Weg – man wird also sehen wie die Nutzer diesen radikalen Schnitt annehmen. Bisher hatte Adobe – wie auch z.B. Microsoft beide Varianten (lokal installiert und in der Cloud) angeboten.

Dürfen Daten eines Kunden bei einem ISP ohne richterliche Genehmigung eingesehen werden?

Normalerweise benötige die Strafverfolgungsbehörden einen einen sogenannten Durchsuchungsbefehl (engl. search warrant) um z.B. die Wohnung eines Bürgers durchsuchen zu dürfen. Das ist auch in den USA so im 4. Zusatzartikel zur US Verfassung festgelegt. Wie ist es aber wenn man Daten in der Wolke (bei eime Internet Provider oder Facebook) durchsuchen möchte?

Das US Justizministerium ist der Meinung, dass dann der 4. Zusatzartikel nicht zutrifft, und man die Daten des Bürgers dann auch ohne richterlichen Befehl durchsuchen darf. Fast unser gesamtes Leben liegt mittlerweile in Form von Daten auf diversesten Servern. Wenn also diese Daten nicht unter die persönlich schützenswerte Privatsphäre fallen – was dann?

Eine besorgniserregende Entwicklung aber lesen Sie selbst:

Bericht auf CNET