Telekom Mexiko

telekom-mexikoSeit der gestrigen Aufsichtsratssitzung ist es also fix. Dass die Telekom Austria ihren Firmensitz nähe des Mekioplatzes hat, ist also kein Zufall. Die Telekom Austria hat einen neuen Mehrheitseigentümer – die Amerika Movil des Mexikanischen Milliardärs Carlos Slim.

Gestern wurde ein Syndikatsvertrag geschlossen, wonach in Zukunft die beiden Großaktionäre Amerika Movil und die ÖIAG (Staat Österreich) nur noch gemeinsame Entscheidungen treffen. Einher geht damit eine Kapitalerhöhung um eine Milliarde Euro bei der der Anteil der ÖIAG auf eine Sperrminorität sinken wird. Die ÖIAG muss allerdings bei der Kapitalerhöhung mitziehen, denn sonst würde ihr Anteil unter die angestrebten 25% + 1 Aktie sinken.

Die Amerika Movil wird in Zukunft eine Mehrheit im sowohl im Aufsichtsrat als auch im Vorstand haben. Der Generaldirektor wird damit als Österreichisches Feigenblatt und Aushängeschild fungieren. Das Sagen haben aber die Mexikaner.

Der Ausbau der Infrastruktur in Österreich ist also jetzt in Mexikanischer Hand. Damit hat der Staat Österreich (und damit wir alle) – die letzte Möglichkeit verspielt den falschen Weg den wir bei der Privatisierung der Telekom Austria begonnen haben zu korrigieren.

Warum falscher Weg?

Die Kommunikationsinfrastruktur in Österreich wurde durch den Staat finanziert. Die Leitungen die im Boden Vergraben sind – vergleichbar mit dem öffentlichen Straßennetz – wurden durch uns alle finanziert. Das gilt für die Leitungen der Telekom, aber auch für die UPC (früher Telekabel und im Eigentum der Stadt Wien), Kabelsignal (Land Niederösterreich) usw.

Bei der Privatisierung hätten die Telekommunikationsunternehmen privatisiert werden müssen – die Infrastruktur hätte aber in Öffentlicher Hand bleiben müssen. Das ist bei allen anderen Infrastruktur Komponenten so – nur nicht in der Telekommunikation. Niemand kommt auf die Idee eine Straße parallel zur Westautobahn zu bauen – niemand kommt auf die Idee einen zweiten Abwasserkanal in einer Straße zu bauen, oder ein weiteres Stromnetz.

In der Telekommunikation macht man aber exakt das. Man hat die Infrastruktur privatisiert. Damit müssen die Telekom Provider massiv in den Aufbau von (parallelen) Infrastrukturen investieren. Das passiert vor allem in bevölkerungsstarken Gebieten – wo mehrere Anbieter parallel Leitungen etc. verlegen. In bevölkerungsschwächeren Gebieten passiert das aber nicht. Ich wohne z.B. im Wiener Umland – und bei uns wurde vor kurzem ein Abwasserkanal verleg. Dabei gab es für die Telekom kostengünstig die Möglichkeit Glasfaser in die Straße zu legen. Auch die Kabelsignal hätte diese Möglichkeit gehabt. Beide haben sich entschieden das nicht zu tun. Kabelsignal verwendet weiterhin die Koaxialleitungen des Kabelfernsehens – und die Telekom ist bei ihren Kupferleitungen geblieben – die einen vernünftigen ADSL Zugang nicht möglich machen, weil die Entfernung zum nächstliegenden Wählamt zu groß ist.

Wie wäre der richtige Weg?

Die öffentliche Hand müsste verpflichtend in solchen Situationen Glasfaser in die Straße legen und diese Netze aufbauen. Die Netze müssten dann zu gleichen Konditionen an die Telekom Unternehmen abgegeben werden. Das passiert beim Strom so (Trennung von Netz und Anbieter) – das funktioniert beim Gas so (Netz & Anbieter) und mittlerweile funktioniert das auch bei der Bahn so (Schienennetz und Personen bzw.. Güterverkehr)..

So wäre ein Wettbewerb der Anbieter gegeben – ein Wettbewerb in der Infrastruktur ist aber zum Schaden des Konsumenten und daher des Staates (also uns allen).

Was wird passieren wenn wir so weiter machen?

Wirtschaftlich operierende Unternehmen tendieren dazu die Investitionen in Infrastruktur zu vernachlässigen – und zu versuchen mit vorhandenen Mitteln möglichst hohe Gewinne zu erwirtschaften. Die Infrastruktur wird so lange genutzt bis sie auseinanderfällt.

Genau das hat man auch beim Bahnsystem in UK beobachten können. Dort wurde die Bahn inklusive der Gleisanlagen Privatisiert. Die Bahn ist so lange gefahren bis die Gleisanlagen auseinandergefallen sind und es folgend sogar Unfälle gab, weil die Anlagen nicht mehr sicher waren.

Der Wirtschaftsstandort in Österreich definiert sich vor allem durch die Rahmenbedingungen die der Staat seinen Unternehmen bietet. Infrastruktur ist einer der Hauptfaktoren. Die gebotene Kommunikationsinfrastruktur in Österreich ist schon jetzt problematisch und wird es in Zukunft noch stärker werden.

Dell Venue 8 Pro

dellvenuepro8

Ich habe diese Woche den neuen Dell Venue 8 Pro bekommen und auch die bestellten Zubehörteile. Der Dell Venue 8 Pro hat folgende technische Daten:

Intel® Atom™ Prozessor Z3740D (4 Kerne, bis zu 1,8 GHz, 2 MB)

  • Windows 8.1 (32 Bit) – Deutsch (Achtung: kein Windows 8.1 Pro)
  • IPS-Display, 8″, HD (WXGA mit 1.280 x 800), kapazitiver Touchscreen mit 10 Berührungspunkten
  • 2 GB1 Single-Channel DDR3L bei 1600 MHz
  • Dell Wireless 5570 Minikarte für mobiles Breitband, HSPA+, ohne SIM-Karte
  • eMMC-Festplatte, 64 GB
  • Intel HD-Grafik
  • 1 Jahr Abhol- und Reparaturservice
  • Diese Variante ist die größere von zwei Varianten. Die kleinere verfügt nur über 32 GB Fetplatte (SSD). Die kleine Variante ist bereits um rund 270 EUR – die große um rund 360 EUR erhältlich. Die große Variante macht unbedingt sinn, denn wenn man das Gerät auch verwenden möchte, bleibt auf der kleinen Variante kaum Platz für Daten. Zudem ist in der großen Variante auch schon der mobile Wireless WAN Adapter (UMTS) im Preis enthalten, den ich unbedingt haben wollte. Damit kann man in einen Slot des Gerätes eine SIM Karte (Micro SIM) stecken und das Gerät verbindet sich – wenn kein WLAN in Reichweite ist mittels UMTS mit dem Netz.

    Ich muss Sagen, dass ich vom Formfaktor des Gerätes sehr begeistert bin. Das Gerät liegt sehr gut in der Hand und lässt sich unterwegs sehr gut bedienen. Auch die Touchscreen Tastatur macht spaß, da man sie wenn man das Tablett in beiden Händen hält gut mit den zwei Daumen bedienen kann. Der Prozessor ist für alle gängigen Aufgaben mehr als ausreichend. Durch die neueste Prozessorgeneration ist das Gerät auch recht Stromsparend und man kommt mit dem Akku bei normaler Benutzung vermutlich einen ganzen Tag durch.

    Bisher hat mich das Gerät durchaus begeistern können. Es gibt nur einige wenige Kritikpunkte:

    • nur ein Micro USB 2.0 Anschluss
      zumindest ein USB 3 Anschluss wäre nett gewesen, dann könnte man auch die gängigen USB3 Docking Stations verwenden.
    • keinen Video Anschluss.
      Ich verwende zum Anschluss eines externen Bildschirms oder eines Beamers einen Miracast mit einem NetGear Push2TV Adapter. Bei Miracast (bei Windows 8 im Standard dabei) wird der Bildschirminhalt über WLAN zwischen dem Gerät und dem Adapter übertragen. Der Adapter kann an jedes Gerät mit HDMI Anschluss angeschlossen werden und überträgt Bildschirminhalt und Ton. Preis des Adapters ca. 65 EUR. Er kann aber mit jedem Windows 8, Android oder anderem Miracast Fähigem Gerät genutzt werden.
      Nähere Informationen bei Amazon

    Für das Gerät ist auch eine Reihe Zubehör von DELL verfügbar – und ich habe folgendes Zubehör getestet:

    580-ABUX Dell Tablet Wireless Keyboard – Venue 8 Pro – German

    Die Tastatur ist eine Bluetooth Tastatur im Format des Venue 8 Pro. Die Tastatur kommt mit einer Schutzhülle aus Hartkunststoff (Schale) in die das Notebook hineingesteckt wird. Die Tastatur ist eine “richtige” Tastatur mit Tasten (keine Folientastatur), die auch recht gut verwendbar ist. Bei den Tasten wurden jedoch Kompromisse gemacht, um die Größe der Tastatur möglichst klein zu halten. Umlauttasten sind kleiner ausgeführt. Sondertasten (wie z.B. #) sind auf eine Doppelbelegung anderer Tasten gelegt. Die Tastatur ist nicht mit dem Tablett / Hülle im Betrieb verbindbar kann aber für den Transport auf die Hülle “geklebt” werden. Die Tastatur verfügt über einen magnetischen Ring mit der die Tastatur und die Tasche verbunden werden kann. Auf der Rückseite der Hülle befindet sich eine Lasche – in die der Stift für den Transport eingesteckt werden kann. Die Lasche dient wenn das Gerät auf den Tisch aufgestellt werden kann – zum Einstecken des Hüllendeckels der dann als Ständer dient. Die Tastatur wird über zwei Knopfzellen mit Strom versorgt und ist eine normale Bluetooth Tastatur, die mit jedem Bluetooth gerät gekoppelt werden könnte. Der Preis der Tastatur + Hülle (ohne Stift) ist ca. 70 EUR.

    460-BBHK Dell Tablet-Tasche – Dell Venue 8 Pro Model 5830

    Wer keine Tastatur benötigt aber trotzdem eine passende Hülle für sein Tablett möchte, ist mit dieser Variante gut beraten. Die Schale dieser Hülle ist dünner als die der Tastatur. Auch diese Hülle bietet die Möglichkeit einen Stift einzustecken (seitlich) – und auch mit dieser Hülle kann man das Gerät auf dem Tisch aufstellen und auch den Neigungswinkel verstellen (was bei der obigen Hülle nicht möglich ist). Die Hülle ist leichter als die mit der Tastatur. Der Preis der Hülle ist ca. 36 EUR.

    750-AADT Dell Active Stift

    Der Stift ist sowohl mit dem Venue Pro 8 als auch 11 kompatible. Wer mit dem Windows Desktop auch unterwegs arbeiten möchte sollte sich entweder diesen Stift oder eine Maus zulegen. Mit dem Finger ist der Desktop aufgrund der kleinen Bildschirmgröße so gut wie nicht bedienbar. Der Stift ist Druckempfindlich – und ein Sensor verhindert bei Verwendung des Stifts, dass der Bildschirm auf die Berührung mit der Hand reagiert. So kann der Stift auch für handschriftliche Eingaben (z.B. im OneNote) gut genutzt werden.

    Logitech T630 Wireless Bluetooth Mouse

    Ich verwende mit dem Gerät die Logitech Wireless Bluetooth Mouse. Die Maus ist relativ klein und flach und daher auch gut transportabel (auch in der Hosentasche wenn es sein muss). Die Maus hat den Vorteil dass sie über USB aufladbar ist – und die Ladung hält rund eine Woche. Die gesamte Oberfläche der Mous ist Touch fähig und unterstütz auch die Windows 8 Wischbewegungen – was sehr nett ist. Preis der Maus ist ca. 60 EUR.
    Nähere Informationen bei Amazon

    ORF Digital Kartentausch–oder wie verärgere ich meine Kunden

    orfdigital

    Der ORF tauscht derzeit alle Smartcards für Satellitenreceiver. Soweit so schlecht. Denn der Tausch der Karten ist nicht gratis (man zahlt ja immerhin ohnehin schon ORF Gebühr) und die neuen Karten bringen für den Kunden keine Verbesserungen. Lediglich für den ORF wird auf aktuellere Verschlüsselungstechnologie umgestiegen.

    Hintergrund: Warum wird ORF Fernsehen verschlüsselt

    Warum ist das der Fall? Der ORF muss aus Urheberrechtlichen Gründen sein Programm verschlüsselt ausstrahlen, da der ORF nur Rechte für die Ausstrahlung in Österreich erwirbt. Er muss verhindern, dass andere Teilnehmer (außerhalb Österreichs) das Programm sehen können. Daher werden die ORF Fernsehprogramme alle verschlüsselt ausgestrahlt und sind nur mit freigeschalteter ORF Smartcard und entsprechendem SAT Receiver mit CAM Modul empfangbar.

    Tausch von Karten

    Der Vertrag über die SAT Karten – der durch den Erwerb von Karten abgeschlossen wird wird immer auf 5 Jahre abgeschlossen. ORF Digital ist daher berechtigt nach Ablauf der 5 Jahre neuerlich eine Gebühr zu verrechnen. Derzeit kostet die ORF SAT Karte 45 EUR bei einer Erstbestellung. Wenn man im Besitz einer funktionsfähigen SAT Karte ist, kann man derzeit um 14,90 EUR die alte Karte gegen eine neue Karte tauschen. Kauft man einen neuen Receiver – dem eine Karte beigepackt ist – kann man die neue Karte gratis aktivieren lassen, wenn man noch im Besitz einer funktionsfähigen alten Karte ist.

    ORF ist nicht ORF ist nicht GIS

    Ich bin also Besitzer von 3 SAT Karten. Gestern kam ich nach Hause und wollte mir gemütlich ZIB ansehen. Ich habe also meinen Receiver (in meinem Fall ein PC mit Windows Mediacenter) angeworfen und wollte also Nachrichten schauen. Ich bekam die Nachricht – dass ich das Programm nicht schauen kann, weil der Sender verschlüsselt ist. Klar, dazu habe ich ja meine ORF Karte und ein CAM Modul um das Programm zu entschlüsseln. Die nächsten Stunden verbrachte ich damit neue Software (Treiber für meine SAT Karte, update der Software des CAM Moduls, etc.) einzuspielen, jedoch änderte sich nichts – ORF war und blieb nicht empfangbar. Erst nachdem ich in die Tiefen des CAM Moduls und auch der ORF SAT Karte eingedrungen bin, bin ich draufgekommen dass das “ABO” des ORF abgelaufen war.

    Ich bin daher auf die Seite von ORF Digital und habe dort eine Möglichkeit gefunden den Status meiner Karte abzufragen:

    http://digital.orf.at/show_content.php?sid=364

    Ich gebe dort also meine Teilnehmerdaten ein – und erhalte die Nachricht dass meine Postleitzahl nicht stimmt. Ich gebe also meine alte Postleitzahl meiner früheren Wohnung ein – und siehe da – mir wird angezeigt, dass meine Karte abgelaufen ist – und mir ORF Digital das bereits schriftlich mitgeteilt hat. Aufgrund der falschen Postleitzahl ist mir auch klar wohin. In meine alte Wohnung in der ich seit 6 Jahren nicht mehr Wohne.

    Ich denke natürlich sofort daran dass ich einen Fehler gemacht habe – und sehe im Telebanking nach, ob die GIS eventuell noch die alten Daten von mir hat, bin mir aber ziemlich sicher, dass ich die GIS von der Übersiedlung verständigt habe. So ist es auch. Die GIS hat die korrekte Adresse.

    Ich versuche also ORF Digital zu erreichen um festzustellen was schief gegangen ist. Geht natürlich nicht mehr, denn die Hotline ist nicht mehr besetzt. Am nächsten Tag rufe ich also ORF Digtial an. (Die Hotline ist kostenpflichtig und kostet 20Cent / Minute). Ein freundlicher Herr teilt mir mit, dass meine Karten abgelaufen sind, und ich selber Schuld bin, weil ich ORF Digital meine neue Adresse nicht mitgeteilt habe.

    Ich versuche zu erklären, dass ich der GIS aber meine Daten mitgeteilt habe. Der Grund dass ich GIS Zahle ist ja dass ich ORF über Satellit sehe. Der Herr erklärt mir, dass die GIS aber nichts mit ORF Digital zu tun hat. Ich versuche noch einmal zu erklären, dass die GIS ja die ORF Gehren kassiert – und daher ja auch mit dem ORF kommunizieren muss. ORF Digital sei aber nicht der ORF und daher hat man keinen Zugriff auf die Daten der GIS. Man müsse ORF Digital immer seine aktuelle Adresse mitteilen, denn das steht in den AGB die man akzeptiert, wenn man eine ORF Karte bestellt.

    Eine Recherche auf ORF Digital zeigt, dass ORF Digital offensichtlich doch der ORF ist. Denn im Impressum ist die ORF Stiftung als Medieninhaber angegeben. Ich sehe als Teilnehmer eigentlich nicht ein, warum ich mich darum kümmern muss, dass die rechte Hand nicht weiß was die linke tut.

    Eine meiner ORF Karten ist bereits länger abgelaufen und man konnte/wollte sie nicht mehr aktivieren. Daher darf ich mir als Ersatz für meine alte ORF Karte eine neue bestellen (Kosten 45 EUR). Eine Karte konnte nochmals aktiviert werden – hier darf ich mir ein Upgrade um 14,90 kaufen.

    Was zurück bleibt ist mein Ärger über den Monopolisten ORF und über das nicht kundenfreundliche Verhalten.

    http://digital.orf.at/
    https://www.orf-kartentausch.at/
    http://www.konsument.at/cs/Satellite?pagename=Konsument/MagazinArtikel/Detail&cid=318881415167