Das Recht auf Vergessen …

Im Mai hat der Europäische Gerichtshof nach einer Klage eines Spaniers – dessen Haus 1998 zwangsversteigert wurde – entschieden, dass jeder EU Bürger das recht darauf hat, dass solche Informationen über Google nach einiger Zeit nicht mehr gefunden werden können. Die Suchmaschine Google hatte die Information über die Zwangsversteigerung im Online Archiv einer Zeitung indiziert.

Ich halte das Urteil, dass jeder Mensch ein Recht darauf hat, dass “Dummheiten” aus der Vergangenheit ihn nicht ewig verfolgen für sinnvoll. In den meisten Fällen ist das derzeit der Fall. So verjähren z.B. Vorstrafen nach einiger Zeit ebenfalls. So sollte ein Mensch auch das Recht haben dass das Netz kompromittierende Dinge über ihn vergisst.

Den Zugang das über die Entfernung aus dem Index einer Suchmaschine zu tun, halte ich aber für falsch. Das zeigt auch die Umsetzung. Google entfernt die Suchergebnisse zwar aus den Europäischen Suchmaschinen (z.B. wenn ich den Inhalt über google.at suche) – nicht aber über die außerhalb der EU befindlichen. Wenn ich also den Namen des armen Spaniers auf der google.com Seite suche, dann finde ich den Zeitungsbericht über die Zwangsversteigerung noch immer.

Wenn es also ein Recht auf vergessen geben sollte, dann müssten solche Informationen an der Quelle gelöscht werden.  Die Zeitung müsste den entsprechenden Artikel im Online Archiv entweder entfernen oder besser anonymisieren. Dann würde jede Suchmaschine der Welt – es gibt ja auch nicht nur Google – die Inhalte nicht mehr indizieren können – und der arme Kerl würde auch nicht mehr in den Suchtreffern aufscheinen.

Dann wäre er wirklich vergessen, der arme Spanier. So ist er ein Zombie – der noch immer durch die Suchmaschinenwelt geistert. Die Idee ist gut – die Umsetzung ist schlecht. Das war übrigens auch die Meinung des Generalanwalts des EuGH – dessen Empfehlung ist der Gerichthof aber in diesem Fall unüblicher Weise nicht gefolgt.