Gemalto und die Lehre daraus …

Die Art wie die Snowden Leaks hereintröpfeln ist genial. Hätte man die Leaks auf einmal publik gemacht, wäre einmal eine große Aufregung durch die Menge gegangen und am Tag danach wäre es wieder egal gewesen. Schon aufgrund der schieren Datenmenge wären viele Inhalt vermutlich untergangen.

Jetzt kommt Scheibchenweise herein, wie weitgehend die Geheimdienste unsere Kommunikation im Griff haben. Das neueste Scheibchen war die Ausspähung der Firma Gemalto (ein globaler Sicherheitsgigant, der nicht einmal mitbekommen hat, dass der Geheimdienst bei ihm ein und ausgeht. Und das seit Jahren.

Diese Erkenntnis ist ungefähr so wie wenn im realen Leben die Tore zu Fort Knox seit Jahren offen stehen und die Wachmannschaft nicht bemerkt dass alles gestohlen wurde – und ein leeres Fort bewacht wird.
Und so einem Unternehmen vertrauen andere Unternehmen und Regierungen um sich schützen zu lassen?

Gemalto ist nicht nur Hersteller von SIM Karten für Mobilfunk. Gemalto ist auch Hersteller von Sicherheitstechnik für Zahlungsverkehrssysteme, den Gesundheitssektor, u.v.a.m.

All diese Sicherheitstechnologie die Milliarden gekostet hat, ist plötzlich keinen Heller mehr wert. Der Geheimdienst prahlt auf den von Snowden veröffentlichten Slides, dass man das gesamte Netzwerk von Gemalto übernommen hat. Nichts von der Sicherheitstechnologie kann also mehr als sicher gelten.

Was man aber auch aus diesen Leaks – wie aus vielen vorangegangenen lernt ist. Verschlüsselungstechnologie an sich ist sicher. Sonst würden sich die Geheimdienste nicht die Arbeit machen die Schlüssel zu klauen – oder Hintertüren in Technologien einzubauen. Darum fürchten sich die Geheimdienste und Regierungen ja so sehr davor, dass mehr verschlüsselt wird. Wenn der Geheimdienst die Schüssel nicht geklaut hat, dann hat er schlechte Karten.