U.K. in Internet Spionageaffäre involviert?

gchq-logoDass die US Behörden Internet Daten filtern und sowohl das eigene Volk wie auch uns ausspioniert, ist ja nicht erst seit gestern bekannt. Eine neue Dimension haben aber Berichte besagen dass das Britische GCHQ (Government Communications Headquater) – das ist das Pendent zur NSA in England direkten Zugriff auf die Daten der NSA hat.  Aus rechtlicher Sicht hat das denke ich eine neue Dimension. Denn wenn die Daten der NSA nur nicht-US Bürger betrifft, dann ist die Wahrscheinlichkeit relativ groß, dass Bürger von Großbritannien ausspioniert wurden. Wenn nun das GCHQ Zugriff auf diese Daten hat, dann spioniert der Englische Geheimdienst die eigenen Bürger aus. Es würde mich wundern, wenn das in UK erlaubt wäre. Ein Grundproblem scheint mir aber, dass nur jemand dagegen klagen Könnte, dessen Rechte durch diese Affäre verletzt wurden. Da aber niemand genau weiß, dass er betroffen ist, weil die Daten ja geheim gesammelt werden – ist ein Juristisches Vorgehen vermutlich schwierig.

Bericht auf RT.com
Bericht auf TheVerge.com
Bericht auf TheGuardian.com

Netzneutralität

Netzneutralität bedeutet dass ein Netzwerkbetreiber sich Neutral gegenüber in seinem Netz übertragenen Daten verhält. D.h. dass er alle Daten gleich behandelt, egal um welche Daten es sich handelt.

Beispielsweise ist eine Unterbindung von VoIP (Internet Telefonie) durch einen Internet Provider, wie er z.B. schon in mobilen Telekommunikationsnetzen erfolgt ist eine eindeutige Verletzung der Netzneutralität. Der Provider unterbindet VoIP Verkehr, in der Hoffnung dass die Kunden dann die (vermutlich teureren) Telefonie Dienste des Providers nutzt. Gleiches trifft z.B. auf die Unterbindung von P2P Programmen wie z.B. Emule oder auch BitTorrents durch Provider zu. In diesen Fällen scheint klar zu sein, dass die Zensurierung von Datenverkehr durch den Provider abzulehnen ist.

In anderen Bereichen erscheint eine Verletzung der Netzneutralität aber sinnvoll. Beispielsweise wenn ein Dienstanbieter bestimmte Dienste vor anderen priorisiert. Wenn zum Beispiel auf einer Leitung E-Mail und Telefonie sich konkurrenziert, dann erscheint es sinnvoll, dass die E-Mail etwas später zugestellt wird, wenn dadurch garantiert wird dass ein VoIP Telefongespräch dadurch störungsfrei geführt werden kann.

Viele Provider verwenden diesen Priorisierungsmechanismus auch für Filesharing (P2P Clients). Da von diesen Clients oft große Bandbreiten verbraucht werden, wird die diesen Protokollen zur Verfügung stehende Bandbreite gedrosselt. Damit senkt der Provider seine eigenen Kosten – denn er hat nur zwei Möglichkeiten: Entweder er erhöht ständig die Bandbreite, da die Anforderungen seiner Kunden immer steigen, oder er reduziert die zur Verfügung stehenden Bandbreiten für bestimmte Applikationen.

Zusätzlich kann der Provider natürlich auch nur bestimmte Priorisierungen oder gar Filterungen vornehmen, wenn er den Datenverkehr seiner Kunden analysiert. Genau darin sehen Kritiker auch ein Problem. Wenn sehr ausgeklügelte Verfahren verwendet werden, um zu sehen was die Kunden auf ihren Leitungen anstellen, dann besteht die Gefahr, dass diese Informationen auch für Zwecke genutzt werden, die dem Kunden gar nicht recht sind. z.B. kann der Kunde aus den so gewonnen Informationen auch gezielt mit Werbung beschickt werden. Natürlich eröffnen genau diese Aktivitäten auch Tür und Tor dafür dass Internet Provider als Hilfssheriffs der Medienindustrie genutzt werden – und dazu verpflichtet werden ihre eigenen Kunden zu bespitzeln.

Wenn man das auf die analoge Welt umlegt, dann muss man bedenken, dass diese Verfahren vergleichbar wären, wenn die Post alle Briefe aufreißt und die Beförderung je nach Inhalt des Briefes vornimmt. So etwas gab es schon einmal in Österreich – und zwar zu Metternichs Zeiten. Spitzelwesen und Zensur waren damals alltäglich.

Netzneutralität ist also eine Gratwanderung. In bestimmten Bereichen kann Netzwerkmanagement sinnvoll genutzt werden – und für den Konsumenten eingesetzt werden. Es gibt aber auch viele Gefahren – daher muss man sich mit diesem Thema unbedingt kritisch auseinandersetzen und hinterfragen, welche Möglichkeiten der eigene Provider anwendet, und welche positiven und negativen Auswirkungen das haben könnte.

Der Überwachungswahn

Laut einem Bericht von Heise.de fordern Staatsanwalstschaften und Polizei in Deutschland die Einführung der Vorratsdatenspeicherung (dort wurde sie ja als nicht Verfassungskonform vom Höchstgericht schon gekippt) um “Enkeltrickbetrüger” auf die Spur zu kommen. Bei diesen Trickbetrügern, geht es darum – das vorwiegend ältere Personen telefonisch kontaktiert werden, und diesen Personen dann unter Vorspiegelung dass ein Enkel oder eine andere bekannte Person in Problemen stecke – Geld aus der Tasche gelockt wird.

Ich rate in Situationen bei denen die Überwachung von elektronischen Medien gefordert wird, die Situation mit dem “realen” Leben zu vergleichen. Es gibt ja auch Trickbetrüger, die sich als Gaskassiere oder Installateure verkleidet in Wohnungen einschleichen – und vorwiegend älteren Personen dann ihr Erspartes aus dem Kleiderkasten klauen.

Beide Verbrechen sind natürlich zu verurteilen. Aber warum fordert die Staatsanwaltschaft und Polizei nicht vor jeder Wohnung eines Bürgers über 50 Jahre eine Kamera zu installieren. Damit könnten wir eventuell auch 1-2 verkleideten Gaskassieren auf die Spur kommen?

Warum wir das nicht machen? Weil es jedem logisch erscheint, dass das ein großer Eingriff in die Grundrechte wäre, und die Überwachung von unverdächtigen Personen nicht im Verhältnis zu den Verbrechen steht. OK. Warum fordern wir es dann beim Telefon und im Internet?

Wow–#EFF schreibt über #VDS

Die bekannte U.S. Electronics Frontier Foundation hat einen Artikel über die Österreichische Vorratsdatenspeicherung veröffentlicht.

Die EFF wurde 1990 gegründet, nachdem in den USA Dokumente über die Funktionsweise des Notrufs 911 von Computern des Telekommunikationsproviders BellSouth gestohlen wurden. Im Zuge der Ermittlungen wurden die Computer von einer unschuldigen Person beschlagnahmt und damit sein Geschäft fast zugrunde gerichtet. (Ähnliches hat ja auch in Österreich auf der Suche nach #Anonymous heuer stattgefunden. Gott Sei Dank waren für den Betroffenen die Auswirkungen nicht so gravierend.

Hier der Artikel über die Aktivitäten der AKVorrat bei EFF (englisch)

Polycom Dect SIP Lösung (Kirk)

Polycom bringt unter der Marktbezeichnung “Kirk” eine Reihe von Lösungen für SIP basierte Dect Telefonie. Dabei kann man sich mit Dect Handsets mit einer Basisstation verbinden – diese wiederum spielt Gateway zwischen dem Dect Netzwerk und SIP (VoIP) Telefonie. Das kleinste Gateway ist der Kirk Wireless Server 300 – der um rund 300 EUR im Handel erhältlich ist.

Nähere Informationen gibt es auf der WebSite von Polycom