Bank Austria kommt nicht aus den Schlagzeilen

Wie die Medien gestern bereits berichtet haben, gab es am vorigen Wochenende einen Hackerangriff auf das Online Banking System der Bank Austria. Laut Medienberichten haben die Hacker Zugriff auf die Webserver der Bank Austria erlangt und konnten auch die Logfiles der Server einsehen. Die Webserver halten aber selbst keine Daten der Kunden – diese sind auf anderen Servern der Bank gespeichert, die nochmals speziell gesichert sind. Natürlich werden aber die Daten der Kunden über die Webserver geleitet um sie am Browser anzuzeigen. Damit haben die Hacker im Grunde genommen Zugriff auf die Informationen die auch im Browser angezeigt werden. Da die Hacker aber keine TAN’s der Kunden haben, konnten Sie auch keine Überweisungen oder andere Transaktionen durchführen, wohl aber natürlich Kontostand, Kundendaten und durchgeführte Transaktionen “sehen”. Obwohl kein Schaden für die Kunden entstanden ist, bleibt wohl doch ein mulmiges Gefühl. Die Bank Austria hat die Angriffe bei den Behörden angezeigt und Ermittlungen sind im laufen.

Adobe nur noch in der Cloud

Gestern hat Adobe angekündigt, dass seine Creative Suite nicht mehr weiterentwickelt wird. Die nächsten Versionen werden nur noch in der Cloud (also als Abo) verfügbar sein. Der Kunde kann also die Produkte nur nutzen, wenn er sie als Abo mietet. Das bietet für Adobe mehrere Vorteile. Zum einen hat man einen gleichbleibenden Umsatzstrom – denn früher waren immer Umsatzspitzen zu verzeichnen, wenn eine neue Version erschienen ist – und dann wieder ein Einbruch bis die nächste Version erschienen ist. Zum anderen ist man mit dieser Methode natürlich auch die illegale Nutzung der Software mit einem Schlag los.Professionelle Nutzer haben derzeit den Vorteil, dass die Software in dieser Form günstiger wird, als die Creátive Suite – in den Foren kommen allerdings schon Befürchtungen auf, dass die Software natürlich jederzeit teurer werden kann – und der Nutzer dann nicht mehr die Möglichkeit hat, die aktuelle Version weiter zu nutzen. Die Abhängigkeit vom Hersteller erhöht sich dadurch natürlich. Auch andere Softwarehersteller gehen diesen Weg – man wird also sehen wie die Nutzer diesen radikalen Schnitt annehmen. Bisher hatte Adobe – wie auch z.B. Microsoft beide Varianten (lokal installiert und in der Cloud) angeboten.

Dürfen Daten eines Kunden bei einem ISP ohne richterliche Genehmigung eingesehen werden?

Normalerweise benötige die Strafverfolgungsbehörden einen einen sogenannten Durchsuchungsbefehl (engl. search warrant) um z.B. die Wohnung eines Bürgers durchsuchen zu dürfen. Das ist auch in den USA so im 4. Zusatzartikel zur US Verfassung festgelegt. Wie ist es aber wenn man Daten in der Wolke (bei eime Internet Provider oder Facebook) durchsuchen möchte?

Das US Justizministerium ist der Meinung, dass dann der 4. Zusatzartikel nicht zutrifft, und man die Daten des Bürgers dann auch ohne richterlichen Befehl durchsuchen darf. Fast unser gesamtes Leben liegt mittlerweile in Form von Daten auf diversesten Servern. Wenn also diese Daten nicht unter die persönlich schützenswerte Privatsphäre fallen – was dann?

Eine besorgniserregende Entwicklung aber lesen Sie selbst:

Bericht auf CNET

Innenminister verbietet Verfassungsgericht den Mund?

Es ist wohl ziemlich einmalig, was hier in Deutschland gerade passiert. Der Deutsche Innenminister verlangt vom Verfassungsgericht sich nicht gegen die Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte Stark zu machen.

Ich denke der Deutsche Innenminister leidet hier ein wenig an Realitätsverlust. Terror dient hier als Deckmantel für die totale Überwachung des eigenen Volkes. So schrecklich die Terroranschläge auch sein mögen: Es verlieren weit mehr Menschen ihr Leben z.B. durch legale Schusswaffen – als Menschen durch Terror getötet werden.

Wenn die Politik etwas gegen sinnlose Tötung unternehmen möchte, wäre es also weit zielführender z.B. strengere Waffengesetze einzuführen – als das eigene Volk ständig zu bespitzeln – und die Grundrechte abzuschaffen.

Es ist gut, dass es ein Grundgesetz gibt – und es ist gut, dass die Verfassungsrichter den Politikern sagen, wann Gesetze die Grenzen die die Verfassung steckt überschreiten. Politiker sind die gewählten Diener des Volkes und nicht umgekehrt – wie es in unserer verkehrten Welt oft scheint.

Bericht auf Heise.de
ClubComputer Forum Netzpolitik (Es betrifft auch Dich!)

IBM will sich der Serversparte entledigen

IBM will sich – wie schon früher mit PC’s basiert ist der Intel Serversparte entledigen. Ein Verkauf an Lenovo wird derzeit verhandelt.

Grund dafür ist, dass die eigenen Partner – die sogenannten ODM’s (Original Design Manufacturer) Hersteller wie IBM immer weiter unter Druck bringen. Die ODM’s verkaufen x86 basierende Server unter Ausschaltung des Zwischenhandels (in diesem Fall IBM) direkt an die Großabnehmer (Cloud Rechenzentren wie Google, Amazon & Co). Für die ODM’s die diese Server in Austragsarbeit herstellen ist IBM nur ein Klotz am Bein, der Margen verschlingt. Daher geht man dazu über direkt an Kunden – günstiger natürlich – zu verkaufen.

Die Hersteller bringen sich wohl selbst in solche Situationen wenn der Mehrwert den sie für Kunden kreieren gegen 0 geht – und man kaum noch Anteil an der Wertschöpfung hat.

Alle Fluggäste in der EU sind Terroristen! Auch Du!

Anders ist das Ansinnen der Europäischen Union nicht zu erklären, alle Fluggastdaten aller Reisenden in der EU, so wie Ein- und Ausreisenden aus der EU in einer zentralen Polizeidatenbank speichern zu wollen. Diese Vorratsdatenspeicherung für Fluggäste widerspricht den Grundrechten – wie schon einige Verfassungsgerichtshöfe der Mitgliedsstaaten sowie auch der Europäische Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg geurteilt haben.

Bericht auf gruen-digital.de
ClubComputer.at Forum Netzpolitik. Es betrifft auch Dich!

Das Ende des Internet

In Deutschland beginnt per 1.Mai die Deutsche Telekom – das Internet wie man es kennt abzuschaffen. Bei den Unlimitierten! Breitbandtarifen wird es ab erreichen eines bestimmten Volumens zur Drosselung der Internet Geschwindigekti auf 384kByte / Sekunde. In diesem Sinne ist es kein Breitband mehr – denn von Breitband spricht man bei Geschwindigkeiten ab 2MBit.

Zusätzlich wird im Freivolumen in Zukunft kein VoIP oder IP-TV enthalten sein. Nur wer die Telekom Eigenen IP-TV Dienste nutzt – oder Telekom VoIP wird nicht zusätzlich zur Kasse gebeten.

Ich bin ziemlich sicher, dass auch Österreichische Breitband Provider bald auf derartige Ideen kommen werden.  Nachdem die RTR (Telekom Regulierungsbehörde) es so gut wie geschafft hat, dass alle alternativen Provider wieder von der Bildscheibe verschwunden sind, werden sicher die (beinahe) Monopolisten versuchen ihre Kunden stärker zu “binden” – und auch ein wenig mehr (Klein-)geld mit Ihrem Netzwerk zu machen.

Bericht auf Chip.de
ClubComputer Stammtisch Netzpolitik. Es betrifft auch Dich!

Nokia: Totgesagte leben länger

Voriges Jahr schrieben alle Journalisten, dass Nokia tot ist. Nur noch eine Frage der Zeit bis man in Insolvenz ist. Mittlerweile ist Nokia das zweite Quartal hintereinander profitabel. Besonders das 1. Quartal dieses Jahres war ein wichtiger Meilenstein, da nach dem Weihnachtsgeschäft fast immer die Umsätze stark einbrechen.

Das Smartphone Geschäft ist ja im allgemeinen derzeit kein Honigschlecken. Die vielen Android anbieter kämpfen allesamt um Marktanteile, und haben massive Probleme sich voneinander abzugrenzen – was die Margen drückt und sicher seine Opfer fordern wird. Nokia hat sich entschlossen sich nicht mit den anderen in diesem Marktsegment zu prügeln, und ist eigene Wege gegangen. Es war sicher nicht leicht einen Neuanfang zu starten, aber die Zahlen geben Stephen Elop recht. Die Produkte sind solide, unterscheiden sich vom Mitbewerb (auch durch eigene Features wie die Nokia Navigationssoftware u.a. Zugaben, die Nokia’s Phones auch vom Mitbewerb im Windows Phone Bereich absetzen. Die Qualität der Produkte ist ausgezeichnet, wie man es von Nokia gewohnt war. Ich bin schon sehr gespannt wie man sich hier weiterentwickeln wird.

Ich persönlich mochte meine Nokias immer sehr gerne. Und ich bin gerade wieder dabei eine emotionale Beziehung zu meinem Lumia aufzubauen Smiley.

Am Problematischsten ist derzeit wohl der Lieferengpass im oberen Preissegment. Ich denke Nokia hätte noch viel mehr umsetzen können, wenn z.B. das Nokia 920 Flaggschiff im Weihnachtsgeschäft verfügbar gewesen wäre, und es nicht bis April gedauert hätte, bis der Channel auch ausreichend beliefert worden ist.

Bericht auf derStandard

U.S. Repräsentantenhaus gibt grünes Licht für Privatsheriffs

Das umstrittene US Gesetz Cyber Intelligence Security Protection Act (kurz #CISPA) hat gestern das Repräsentantenhaus passiert. 288 Volksvertreter haben dafür, 127 dagegen gestimmt. CISA würde, sollte es Gesetz werden erlauben, dass Privatunternehmen (z.B. Facebook, Twitter, Internet Provider u.a. Daten Ihrer Kunden auf eigene Initiative (also ohne Zutun von Behörden oder Richtern) durchsucht und verdächtige Vorkommnisse an andere Unternehmen! – sowie Behörden weiterleitet.

Was heißt das nun? – Wenn also jemand etwas Verdächtiges (was ist das eigentlich) in seinem Account schreibt oder bekommt (z.B. E-Mail, Posting, Tweet, Datei, Telefongespräch, etc.) dann kann das Unternehmen (also z.B. der eigene Provider) andere Unternehmen davon in Kenntnis setzen und ein anderes Unternehmen vor dem Benutzer warnen – bzw. auch die Behörden informieren.

Was bedeutet das nun für die Benutzer? Sie werden von den eigenen Providern – ohne Ihr Wissen ausspioniert – und Daten über sie werden ausgetauscht – ohne dass man es weiß – ohne dass man etwas dazu sagen könnte. Noch dazu passiert der Austausch auch zwischen Unternehmen – und nicht nur zu Behörden. Das Ganze ohne Verdacht und ohne einen Richter.

Was kümmert mich das als Österreicher? Das ganze ist ein U.S. Gesetzesentwurf – gilt natürlich nicht in Österreich. Österreichische Provider sind daher nicht betroffen – aber: Wie viele Webseiten in den USA verwendest Du (Facebook, Twitter, Instagram, Google, GMail, …..) wie viele Cloud Services (Dropbox, Skydrive, ….) Deine Daten liegen dabei natürlich Großteiles auf Servern in den USA – und natürlich wären diese dann von CISA betroffen.Das heißt – auch wenn es ein U.S. Gesetzesentwurf ist – auch Deine Rechte sind massiv davon betroffen.

Wie geht es nun weiter? Der Gesetzesentwurf muss nach dem Repräsentantenhaus auch den U.S. Senat (die zweite Kammer) passieren. Dann besteht noch die Möglichkeit das Präsident Obama sein Veto einlegt. Es gibt also noch Chancen das Gesetz zu verhindern.

Amerikanische Medien (z.B. ZDNet) äußern große Bedenken über die Vereinbarkeit des Gesetzes mit der U.S. Verfassung. Der vierte Zusatz zur Verfassung lautet nämlich:

The right of the people to be secure in their persons, houses, papers, and effects, against unreasonable searches and seizures, shall not be violated, and no warrants shall issue, but upon probable cause, supported by oath or affirmation, and particularly describing the place to be searched, and the persons or things to be seized.

Er beschreibt das Recht der Bürger sicher vor unberechtigten Durchsuchungen ihrer Person, Häuser, Papiere und Eigentums. Daten kommen darin leider nicht vor.

Bericht auf ZDNet (englisch)
ClubComputer Forum Netzpolitik

Breitband Internet über Funk

Seit Montag bietet die T-Mobile eine echte Alternative zu Breitband Internet über Glas für zu Hause an: T-Mobile Homenet. Als Kunde bekommt man einen Router – der über den neuen Mobilfunkstandart LTE mit dem Internet verbunden wird. Die schnellste Variante bietet (bei optimaler Netzabdeckung) bis zu 100MBit Geschwindigkeit an, was sich durchaus gegen alle Kabelgebundenen DSL Standards messen kann. Wehrmutstropfen: LTE ist derzeit nur sehr beschränkt verfügbar – und zwar teilweise in Graz, Linz, Innsbruck und Wien. T-Mobile verspricht aber bis zum Jahresende auch Teile der Städte Bregenz, Klagenfurt, Salzburg und St. Pölten versorgen zu können und damit mindestens 25% der Österreicher versorgen zu können. Bei mir hier in der Pfalzau gibt es aber überhaupt kein vernünftiges T-Mobile Netz, da brauche ich mir um LTE Anbindung sicher auch die nächsten Jahre keine Sorgen machen Smiley.

Kostenpunkt des Produktes ist ab 15,99 pro Monat für 10MBit und bis zu 59,99 für 100MBit – zuzüglich einer 20 EUR Servicepauschale pro Jahr. Derzeit kann man das Angebot für 2 Wochen kostenlos testen und wenn man nicht zufrieden ist wieder retournieren.

Spannend daran ist dass damit die Mobilfunker erstmals in der Lage sind, den kabelgebundenen Providern im High Speed Internet Bereich ernsthafte Konkurrenz zu machen.

Weitere Informationen auf der Homepage von T-Mobile